Ch 07 – Dieser Moment

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Chapter 07  – Dieser Moment 

Takuya Nakamura

 

Ich mache den nächsten Schritt zurück und blicke starr zum Fußboden. Mein Atem geht schneller und in meinem Kopf herrscht Chaos. Ich muss einen klaren Gedanken fassen.  Mein Inneres tobt.

Ich kann nicht glauben, dass ich ihr grad wieder so nah sein wollte. Ich soll sie zwar beschützen, aber ich muss mich dabei wirklich mehr zusammenreißen. Eigentlich war ich ihr nachgelaufen, um mich zu vergewissern, dass sie sicher in ihrem Zimmer ankommt. Aber als ich gesehen habe, wie sie traurig vor ihrer Zimmertür steht, konnte ich nicht anders, als mich zu entschuldigen.

Doch, dass dieser Tomoda sie so anschaut, macht mich mehr als nur rasend. Es macht mich extrem wütend, aber das würde ich ihr sicher nicht sagen. Und dann das strahlende Lächeln mit dem sie mich betrachtete, nachdem sie sich auch noch bedankt hat, dass ich ihr nachgelaufen bin.

Sie brachte mich um den Verstand und ich würde ihn noch vollständig verlieren. Und dafür war ich einfach nicht hier… Aber richtig dagegen an, kam ich auch nicht.

Vorsichtig hebe ich den Blick und schaue sie an. Ihre Auge schimmern im Licht, auch wenn sie jetzt traurig und irgendwie verletzt wirken.

Was war nur los mit uns? Warum will ich sie jetzt so sehr in den Arm nehmen und sie trösten? Warum schaut sie mich so unendlich traurig an? „Yumi-chan? Wir sollten uns beeilen. Tomoda wartet sicher schon auf uns!“, sage ich, statt der ganzen Worte, die sich in meinem Inneren sammeln.

Ich darf dir nicht nah sein! Ich darf mich nicht in deinen Augen verlieren! Verzeih mir, dass ich dir so nah sein will! Ich muss stark bleiben! Alles in mir schreit mich an und mein Magen dreht sich schmerzhaft um, als ich sehe wie ihre Augen sich abwenden und sie den Kopf zur Seite dreht. „Ich komme…“, sagt sie leise und geht an mir vorbei, den Flur wieder zurück, zum Speisesaal.

Den Weg über sagt keiner von uns ein Wort. Das Schweigen zerrt an mir und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Vorsichtig betrachte ich sie von der Seite. Ihr Blick ist hart und stur nach vorne gerichtet. Ich halt das nicht aus!

„Yumi-chan! Warte!“, rufe ich und bleibe stehen. Ein paar Schritte vor mir bleibt sie ebenfalls stehen, doch sie dreht sich nicht zu mir um.

„Wir müssen uns beeilen, Takuya-kun… Tomoda-kun wartet sicher schon auf uns!“, erwidert sie und ich zucke zusammen, weil ihre Stimme so kalt und abweisend klingt.

„Yumi-chan… Bitte… Schau mich an!“, sage ich laut und senke den Kopf, weil ich gleichzeitig nicht ertragen kann, was ich sehen könnte. Doch ich halte es nicht aus und hebe den Blick. Da steht sie. Im Schein der untergehende Sonne, die sie in ein leuchtendes Licht hüllt und ihre Haare glänzen hell.

Ihre Haut strahlt und ihre Augen schauen mich ruhig an. Das Licht spiegelt sich in ihnen und ich kann meinen Blick nicht abwenden. Ich weiß nicht wie, aber ich habe den Abstand zwischen uns beiden in Sekunden verringert und stehe nun schweigend vor ihr.

Sie ist so wunderschön! Ihr Blick trifft auf meinen und ich kann in ihnen Unsicherheit und Angst sehen. Doch das mindert ihre Schönheit nicht, sondern steigert nur noch mehr mein Verlangen sie zu berühren.

Vorsichtig hebe ich die Hand und streiche ihr mit den Fingerspitzen sachte über die Wange. Ihre Augen weiten sich überrascht, während meine Finger von ihrer Wange weiter zu ihrem Kinn wandern. Ihre Wangen färben sich rosa, sanft schimmern sie ebenso wie ihre Lippen im sanften Licht, dass durch die Fenster scheint. Vorsichtig, als wäre sie zerbrechlich wie Glas hebe ich sacht ihr Kinn an, sodass sie zu mir hinauf blicken muss. Ihre Brust hebt und senkt sich schwerer, ehe sie versucht den Blick abzuwenden.

„Yumi-chan…Bitte, schau nicht weg!“, flüstere ich, merke wie meine Stimme heiser und tiefer klingt. Ich kann ihren lieblichen Duft riechen, der meine Sinne betäubt und mich erschauern lässt. Ihre Augen treffen auf meine und sie scheinen mir dunkler und strahlender zugleich. In mir wird es heiß und ich kann die Erregung an meinem gesamten Körper spüren. Vorsichtig nähert sich mein Gesicht ihrem. Ich lasse meine Hand fallen und lehne meine Stirn gegen ihre Schulter. Der Duft ihrer Haare umhüllt mich. Langsam lasse ich meine Nase an ihrem Hals entlang wandern. Ich spüre wie ihr Atem schneller geht. „Ich ertrage es nicht, wenn du mich so ansiehst…“, flüstere ich und spüre wie sie unter der Berührung meiner Lippen erzittert. Die Haut an ihrem Hals ist unendlich weich und ich muss alles in mir zusammenreißen, um sie nicht weiter mit meinen Lippen zu erforschen. Nur dieser eine Augenblick… nur diesen Moment werde ich mir gönnen.

Ich spüre wie sie die Hand hebt. „Takuya-kun!“, ruft plötzlich jemand hinter uns. Überrascht hebe ich den Blick und mache einen Schritt zurück.

 

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