Ch05 – Der verfluchte Schmied (Teil 3)

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Wenige Minuten später stehen Diana und Kuro vor einem unauffälligen Haus an einer Nebenstraße. Die Straße ist so gut wie leer und nur wenige Personen laufen hier entlang. Ein Ladenschild, mit einem sich übereinander kreuzendem Schwert und Schild, kennzeichnet und hebt das Gebäude hier leicht hervor.

 

Diana öffnet die Tür und ruft

 

Diana: 「Ich bin wieder da, Vater!」

aber keine Antwort kommt zurück.

 

Diana: 「Er ist wohl hinten in der Schmiede… warte kurz hier, ich geh ihn holen.」

 

Zusammen mit dem Schwert läuft Diana durch den mit Waffen gefüllten Laden, öffnet hinter der Theke eine Tür und verschwindet im Raum. Wenn man durch die Eingangstür von der Straße aus eintritt, findet man sich erst im Laden der Schmiede wieder, wo die Werke des Schmiedes ausgestellt werden und zum Verkauf offen stehen.

 

Kuro nutzt die Gelegenheit und schaut sich um. Vor einem großen, langen, gebogenen Schwert bleibt er stehen. Das Schwert vor ihm hebt sich deutlich von den anderen Schwertern hervor.

 

Kuro: 「Das ist … ein Katana… Unglaublich~」

 

Das einzige Katana im gesamten Laden. Auch wenn Diana ein Katana getragen hat, ist das hier eindeutig das wahre Stück. Allein die Aura, die man um das Katana leicht erkennen kann, bestätigt die Vermutung. Kuro nähert sich dem Katana, nimmt es in die Hand und schwingt ein paarmal damit.

 

Kuro: 「So fühlt sich also ein Katana an. Es … ist schwerer als gedacht. Das liegt vielleicht an der Scheide. Wie sieht wohl die Klinge aus?」

 

Er nimmt die Scheide in die rechte Hand, der Griff fest in der Linken, und zieht das Katana aus der Scheide. Direkt beim Erblicken der Klinge wird ihm kurz schwindelig, worauf er versucht, sein Gleichgewicht zu halten und zum Boden blickt.

 

Der Boden unter seinen Füßen, der eigentlich aus Holz bestehen sollte, ist nun komplett weiß. Auch die Regale mit allen Waffen sind weg. Kuro schaut sich um und bemerkt, dass er in einem endlos wirkenden Raum sich befindet.

 

Kuro: 「W-Wo bin ich?」

 

???: 「Nicht schon wieder!」

 

Gleichzeitig mit der wütenden Stimme fängt der Boden an zu beben und macht es schwierig für Kuro, sein Gleichgewicht beizubehalten.

 

Kuro: 「Was zum-?!」

 

Kuro sucht nach der Herkunft der Stimme, schaut in alle Richtungen, bis er einen großen Schatten sieht. Der Schatten hat die Form einer Schlange, oder eines Drachen, jedenfalls nicht eindeutig zu identifizieren.

 

???: 「Hoh~ Das ist unerwartet. Du hast dir noch nicht in die Hosen gemacht und bist nicht bewusstlos geworden.」

 

Der Schatten nähert sich Kuro und es wird langsam sichtbar, dass es sich nicht um eine Schlange handelt, sondern eindeutig um einen Drachen, einen roten Drachen.

 

Kuro: 「!?」

 

Komplett überfordert von der plötzlichen Konfrontation mit einem Drachen, bekommt Kuro keine Worte mehr aus dem Mund.

 

???: 「Hat dir mein Anblick bereits die Sprache verschlagen? Aber ich bin beeindruckt. Dir scheint meine Aura nichts auszumachen. Bisher konnte niemand wirklich länger als eine Minute hier bei Bewusstsein bleiben.」

 

Der Drache nähert sich Kuro und scheint ihn genau unter die Lupe zu nehmen, während Kuro mit der aktuellen Situation nicht klar kommt.

 

Kuro: (Was ist hier nur los!? Warum ist vor mir ein Drache!? Wo bin ich überhaupt!?)

 

???: 「Hoh~ Du … bist also aus einer anderen Welt. Okay, perfekt.」

 

Unerwartet erkennt der Drache, dass Kuro nicht aus dieser Welt stammt, aber Kuro kann nicht ganz verstehen, woher der Drache das nun weiß.

 

Kuro: 「W-Wie?」

 

Auf die Frage hin nähert sich der Kopf des Drachen und der Atem ist nun für Kuro spürbar.

 

???: 「Wenn ich mich vorstelle, wird es vielleicht leichter für dich zu verstehen, weißt du.」

 

Daraufhin richtet der Drache sich wieder auf.

 

???: 「Mein Name ist Daodora, der rote Drache aus den Legenden. Ich bin auch unter dem Namen Drache der Erinnerungen bekannt.」

 

Der Drache der Erinnerungen, diesen Namen hat Kuro schon einmal gehört. Mary hat auf Nachfrage auch die Geschichte der Welt kurz wiederholt. Laut den Legenden heißt es, dass insgesamt vier Drachen, zusammen mit den Göttern, die Welt erschaffen haben.

Der rote Drache, auch bekannt als Drache der Erinnerungen, zuständig für das Feuer.

Der grüne Drache, auch bekannt als Drache der Zeit, zuständig für die Erde, beziehungsweise die Natur.

Der blaue Drache, auch bekannt als Drache des Weges, zuständig für das Wasser.

Und zu guter letzt der weiße Drache, auch bekannt als Drache des Schicksals, zuständig für das Licht.

 

Wenn das stimmt, was der Drache vor Kuro sagt, ist er einer der vier legendären Drachen, die die Welt erschaffen haben.

 

Daodora?: 「Deinem Blick nach zu urteilen glaubst du mir nicht. Aber du musst es, immerhin gibt es keine andere Erklärung für mein Wissen über deine Existenz … und dass du aus einer anderen Welt bist.」

 

Kuro: (Das stimmt allerdings, aber warum ist ein solcher Drache gerade vor mir?)

 

Daodora nähert sich wieder und zeigt in eine Richtung, wo plötzlich eine Scheibe erscheint. Auf ihr Zusehen ist eine alte Erinnerung von Kuro. Zu erkennen sind vier Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungs, die an Kuros Händen ziehen, damit er mit ihnen spielt.

 

Kuro: 「Das ist … eindeutig eine Erinnerung von mir. Paul, Andre, Marie, Stefanie …」

 

Die Scheibe verschwindet bereits nach wenigen Sekunden wieder und der Drache richtet sich gleichzeitig wieder auf.

 

Daodora?: 「Glaubst du mir jetzt?」

 

Kuro: 「J-Ja, aber … aber warum bist du vor mir? Und vor allem, wo sind wir?」

 

Daodora schaut Kuro wieder an und fängt an zu Lachen.

 

Daodora: 「Du weißt es also nicht. Erst einmal, das hier ist meine Welt. Zweitens, diese Welt existiert im Schwert. Du hast, so wie viele vor dir, eine Waffe aus der Scheide gezogen, weil sie mächtig aussah, oder? Jedenfalls habe ich diese Waffe übernommen. Mein Geist ruht in der Waffe.」

 

Kuro: 「Aber warum ruht der Geist einer der legendären Drachen in dem Schwert?」

 

Daodora: 「Weil sie ziemlich angenehm sind. Ganz einfach. Nach mehreren Jahrtausenden habe ich keine Interesse mehr an dieser Welt und wollte in Ruhe schlafen. Aber ich konnte nicht meinen Körper beibehalten. Immerhin war ich dann ein einfaches Ziel für die ganzen Abenteurer … auch wenn die mich nie besiegen könnten. Es wäre dennoch eine Qual mit denen dauernd zu kämpfen, also habe ich meinen Körper in Energie umgewandelt und dieses Schwert als Gefäß gewählt. Mich verwundert es aber auch, dass ich ein Schwert gewählt habe.」

 

Daodora erklärt, warum sie sich das Schwert ausgewählt hat und begründet, dass der Schmied ein Geschick dafür hat, Gefäße für Geister zu erschaffen. Jede seiner Waffen und Rüstungen beherbergt einen Geist. Das ist auch der Grund, warum er der verfluchte Schmied ist und würde zudem auch erklären, wieso die Nutzer seiner Werke seltsame Stimmen hören.

 

Daodora: 「So, genug davon, Kuro. Kämpf gegen mich.」

 

Kuro: 「Häh!?」

 

Von der plötzlichen Herausforderung komplett überfordert starrt Kuro den Drachen an.

 

Daodora: 「Es versteht sich doch von selbst. Du hast mich geweckt, du wirkst interessant und mir ist eh langweilig. Wenn wir schon dabei sind, können wir auch eine Wette abschließen. Wie wäre es… wenn du gewinnst, werde ich einen Pakt mit dir schließen. Sollte ich aber gewinnen, hm … Ah, genau. Gewinne ich, wirst du mein!」
-EDITNOTES-
Kenichi: Opfersklave xD von einer Drachin vergewaltigt wirst du 😛
Hayato: Bah….

Kuro: 「Häh!?!?!?」

 

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