Chapter 07 – Ein seltsames Gefühl

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Boruto

 

Warum ist sie grad so rot geworden?, frage ich mich immer noch, während ich die Treppen hinauf gehe. Schweigend folgt sie mir und ich kann bloß ihre Schritte auf der Treppe hinter mir hören. Oben angekommen drehe ich mich zu ihr um. „Hör mal… Du musst nicht so schüchtern sein oder sowas… Wir werden uns hier im Haus öfter sehen und ich soll mich ja auch viel um dich kümmern, also wirst du mich nicht so schnell los.”, sage ich und versuche mich möglichst unbekümmert zu zeigen. Sie steht noch auf einer Treppe unter mir und schaut zu mir hinauf. Ihr Blick ist leicht irritiert, ehe sich ihre Wangen etwas rosa färben und sie den Blick abwendet. „Du…  Du hast recht, ich bin es nur nicht gewöhnt so liebevoll und nett empfangen zu werden. Das hat mich etwas… verunsichert.”, entgegnet sie mir und streicht sich eine offene Strähne hinters Ohr. Seltsamerweise lässt diese kleine Geste mein Herz schneller schlagen.

Um uns herum ist es dunkel, nur das Licht von unten scheint nach oben. Ihr dunkles Haar wird nur spärlich beleuchtet und trotzdem erkennt man die rote Farbe klar und deutlich. Erst jetzt wird mir klar, dass wir völlig alleine im Haus sind. Meine Mutter und Schwester sitzen zusammen draußen und trinken noch einen Tee zusammen. Mein Blick wandert zu ihrem Gesicht. Sie hat noch immer den Blick von mir abgewendet, aber ich kann ein kleines Lächeln sehen. „Danke, dass ich hier sein darf.”, murmelt sie leise, sodass ich mir zuerst nicht mal sicher bin ob ich sie wirklich gehört habe. „Ehm… Wir freuen uns, dass du hier bist!”, entgegne ich, während ich mir durch die Haare fahre. Ich spüre wie meine Wangen rot werden, also drehe ich mich schnell um.

„Also… Hier ist das Gästezimmer, also dein Zimmer.”, sage ich, während ich zu der Tür gehe und diese öffne. Ich schalte das Licht an und mache eine einladende Geste ins Zimmer. Schweigend betritt sie das Zimmer und schaut sich um. Auch ich schaue mich um. Meine Mutter hat dieses Zimmer liebevoll hergerichtet. Das Bett steht am Fenster und ist frisch bezogen. Auf dem Tisch, neben dem ihre Tasche steht, hat meine Mutter frische Blumen gestellt, auf die Yuna-chan nun zu geht. Vorsichtig hebt sie die Hand und berührt zärtlich einige der Blüten. „Wie schön die sind. Ich muss mich nachher bei deiner Mutter bedanken.”, sagt sie lächelt und dreht sich zu mir um. Sie strahlt mich an und ihre Augen wirken in diesem Licht eher bläulich als violett. Ihr langes Haar glänzt seidig weich. „Ich sollte nun wirklich baden gehen.”, sagt sie und streicht sich erneut eine Strähne hinters Ohr. Ihre Wangen werden rosa und sie schaut mich an. Wie erstarrt, schaue ich sie an und bin nicht in der Lage mich zu bewegen. Ihre Augen schauen in meine und ihr Violett verliert sich in meinem Blau. Ich kann mich selbst sehen und sehe trotzdem so viel in ihr. Ich spüre, wie sich ein seltsames Gefühl in meinem Inneren breit macht. Etwas, was ich nicht beschreiben kann.

Ich könnte sie ewig lange ansehen., schießt es mir durch den Kopf, was mich erneut erröten lässt. „Zeigst du mir das Bad?”, fragt sie leise, während sie meinem Blick stand hält. Ihre Stimme rüttelt mich wach und ich mache unwillkürlich einen Schritt zurück.

„Oh…ehm… Ja, natürlich.”, antworte ich ihr leise und trete aus dem Zimmer zurück. Ich zeige auf das Bad am Ende des Flurs. „Dort liegen Handtücher für dich bereit.”, sage ich. „Wenn du was brauchst, findest du mich in meinem Zimmer.”, erkläre ich weiter und zeige auf meine Zimmertür. „Danke, das ist sehr freundlich von dir!”, sagt sie, während sie in ihrer Tasche anfängt zu kramen. Ohne ein weiteres Wort drehe ich mich um und gehe stumm in mein Zimmer. Vorsichtig schließe ich die Tür hinter mir, ehe ich mich gegen sie lehne. Ich schließe die Augen und sofort kommen mir ihre Augen in den Sinn. Tief und unergründlich schimmern sie im Licht blau und violett. Ihr rotes Haar umrandet ihr schönes Gesicht mit hohen Wangenknochen und vollen Lippen. Fast lautlos schleicht sie über den Flur, doch meine empfindlichen Ohren hören jeden ihrer Schritte. Leise schließt sie die Tür des Badezimmers.

Genau in diesem Augenblick sollte sie vor unserem Spiegel stehen und langsam ein Kleidungsstück nach dem anderem von ihrem Körper streifen. Bei dem Gedanken wie ihre Kleidung auf dem gefliesten Boden liegt, merke ich wie meine Wangen aufglühen und mein Atem schneller wird. Mein Herz schlägt schneller, während ich an ihren Körper denke, der sich unser ihrer engen Kleidung abgezeichnet hat.

Oh, verdammter Mist! Was stimmt denn nicht mit mir!?, schießt durch den Kopf. Es ist nicht so, dass mir während meiner Reise mit Onkel Sasuke keine Frau begegnet wäre, die mir nicht gefallen hätte. Oder besser die mich irgendwie angezogen hätte. Aber Yuna… Sie ist Teil einer Mission. Und das durfte ich auf gar keinen Fall vergessen. Ich muss mich dringend von ihr fernhalten. Irgendwas in meinem Inneren zieht sich fast schon schmerzhaft zusammen. Langsam lasse ich mich an der Tür herunter gleiten. Ich schließe den Augen und versuche nicht an die Frau in unserer Wanne zu denken.

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