Chapter 2 – Ankunft

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Yuna

 

Laut donnern die Pferdehufe auf den nassen Boden durch den Wald, als wir hindurch galoppieren. Mein Atem geht schnell, ebenso wie mein Herzschlag. In mir staut sich eine mir unbekannte Nervosität.

Bis jetzt war mein Leben stets durchgeplant und geordnet. Jeder Tag verlief nach demselben Muster, nie erwartete mich etwas Unbekanntes. Bis mir der Rat der Ältesten das Bild eines Jungen in die Hand drücke, der mein Schicksal besiegeln wird. Blaue Augen und sonnenblondes Haar. Anders als das blasse Lila und Rot, dass ich von unserem Clan gewöhnt war. Anders als das was ich jedes Mal sah, wenn ich in einen Spiegel blickte.

Mit etwas Abstand folgte ich dem Rest der Gruppe. Keiner schien mich wirklich zu beachten oder auf mich aufzupassen. Vielleicht dachten sie, ich wüsste nicht, dass sie mich am liebsten töten würden. Dass sie mich am liebsten tot sehen möchten.  Aber keiner von ihnen traute sich näher an mich heran. Und keiner wagt es sich den Befehlen des Rates entgegen zu stellen. Sie sollten dafür sorgen, dass ich meine Mission durchführen könnte. Und trotzdem… Ich war der Tod selbst, sagten einige von ihnen. Ich sah ihre Angst, jedes Mal wenn sie mich anschauten oder mit mir sprachen.

„Herrin, wir sind fast am Tor angelangt…“, sagt der Hauptmann plötzlich in meine Richtung. Vorsichtig hebe ich den Blick und kann in der Ferne bereits die riesigen Tore unseres Ziels erkennen. „Wir sollten eine Pause machen… Die Pferde werden uns eingehen, wenn wir sie noch weiter strapazieren.“, fährt er fort und kommt neben mir zum Stehen. Auch ich ziehe an den Zügeln und schaue mir unsere kleine Reisegruppe an. An den Hüften hängen Schwerter und andere Waffen, aber keiner von ihnen würde mich schützen, wenn ich bedroht werden würde. Viele von ihnen sind außer Atem, während ihnen der Schweiß übers Gesicht rinnt. Ich hole tief Luft und lege mir die Worte zurecht, an denen ich seit unserem Aufbruch aus unserem kleinen Dorf, arbeite.

„Ich danke euch, dass ihr mich bis hierher begleitet habt, aber den restlichen Weg werde ich alleine gehen!“, sage ich mit lauter Stimme, während ich unserem Hauptmann fest in die Augen sehe. „Aber Yuna-sama, die Ältesten gaben uns den Auftrag-“, beginnt er, aber ich unterbreche ihn. „Ihr habt den Auftrag bekommen mich sicher nach Konohakure zu bringen. Das habt ihr hiermit getan. Den restlichen Weg schaffe ich ohne euch!“, sage ich mit voller Überzeugung. „Aber Herrin!“, versucht er wieder, doch ich spüre, dass er eigentlich nur aus Pflichtbewusstsein mit mir versucht zu diskutieren. „Ich bitte euch, Hauptmann! Lasst mich alleine mit dem Hokage sprechen.“, erwidere ich und sehe bereits an seinen Augen, dass er mehr als froh ist mich nicht begleiten zu müssen.

Schließlich nickt er und verbeugt sich vor mir und meinem Pferd. „Das Schicksal unseres Clans hängt von euch ab! Vergesst das nicht!“, sagt er und gibt meinem Hengst einen sanften Schlag auf den Hintern.

„Als ob ich das nicht wüsste!“, sage ich leise, während ich weiter auf das Tor zu galoppiere.

 

Anscheinend war ich nicht die einzige Reisende, die nach Konoha kam. Vor dem riesigen Tor tummelten sich allerlei Menschen mit ihren Waren. Verschiedene Gerüche schlagen mir entgegen und ich höre Gesang und Musik. Vor den Toren stehen Frauen und Männer mit farbenfroher Kleidung und Instrumenten in ihren Händen. Sie tanzen und singen. Mein Herz schlägt schneller und ich betrachte sie interessiert. Sie lachen und bewegen sich im Takt der Musik. Schnell reite ich weiter.  

Direkt neben dem Eingang stehen fünf Ninjas, gut zu erkennen an ihren Stirnbändern. Sie kontrollieren die Waren und die Händler. Im Schritt lenke ich mein Pferd geradewegs auf sie zu.

„Würden Sie bitte absteigen, junges Fräulein. Welchen Hintergrund hat ihre Reise in unser Dorf?“, fragt mich der erste Ninja, an dem ich stehen bleiben. Vorsichtig schwinge ich mich vom Pferd und halte die Trense fest in meiner Hand. Ich durfte mir jetzt keine Fehler erlauben. „Ich möchte mit dem Hokage sprechen.“, sage ich mutig und voller Überzeugung, obwohl mein Inneres sich gerade umdreht. Die Stimme, die ich nun nutze ich herrisch und arrogant. Die Stimme, die meine Großmutter immer nutzt, wenn sie mit mir sprach.  Der Ninja hebt seinen Blick von seinem Klemmbrett und starrt mich an. „Und warum müssen Sie das?“, fragt er und ich sehe Misstrauen in seinen Augen. Mit der freien Hand fasse ich in meine Umhängetasche und ziehe eine zusammengerollte Schriftrolle mit dem Siegel unseres Clans heraus. „Vor etwa einem Tag hat ein Falke mein Kommen angekündigt. Der Hokage erwartet mich und diese Schriftrolle. Ich bitte Sie also ein letztes Mal mich zu ihm zu bringen!“, antworte ich gehetzt, als ich die Blicke der anderen Ninjas bemerke. „Hanabi-san… Würden Sie bitte diese junge Frau zum Hokage bringen?“, fragt er plötzlich eine junge Frau mit seltsamen Augen, die auf uns zukommt.

Sie wirft ihm einen fragenden Blick zu, nickt aber ehe sie mir die Zügel aus der Hand nimmt und sie einem anderen Ninja an die Brust drückt. „Kümmere dich bitte darum.“, sagt sie und wendet sich wieder mir zu.

„Ich bin Hyuuga, Hanabi. Ich werde dich nun zum Hokage bringen.“, sagt sie und geht voraus. Ich hole tief Luft und folge ihr.

 

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