Chapter 4 – Begegnungen

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Yuna

 

Blaue Augen starren mich sprachlos an, während mein Herzschlag schneller wird. In dem Büro des Hokages ist es heiß, viel zu heiß für meinen Geschmack. Draußen ist die Sonne bereits hinter den riesigen Gesichtern der vorherigen Hokage untergegangen.

Bevor ich den Hokage sehen durfte, musste ich mich durchsuchen lassen. Meine Sachen wurden bereits weggebracht und mein Pferd soll in den Stallungen von irgendeinem Clan erst einmal unterstehen. Meine Begleitung war sehr fröhlich und wurde von vielen Menschen, hauptsächlich Männern begrüßt. Nur mit mir sprach sie sehr wenig. Sie fragte nicht nach meinem Namen oder wo ich hergekommen sei. Die wenigen Male, die sie mich ansprach klangen steif und distanziert, als ob sie noch nicht genau wüsste wie sie mich behandeln sollte. Wir schwiegen uns also an, während ich warten musste bis ich zum Hokage durfte.

Ich erwidere den Blick von dem blonden Mann, der etwa in meinem Alter ist. Er ist es, schießt es mir durch den Kopf und ich spüre wie sich in meinem Inneren etwas zusammenzieht. Sein Blick ist intensiv und ehrlich. Er hält mich fest, nimmt mich gefangen und ich kann ihm nicht entfliehen. Sein blondes Haar steht wild von seinem Kopf ab und sein Stirnband hält es gerade so in Zaum. Er ist größer als ich und selbst unter seiner Kleidung kann ich die Muskeln seiner Arme sehen. Er sieht garnicht schlecht aus. Auf dem Bild, dass ich noch immer in meiner Tasche mit mir rumtrage, sieht er viel jünger aus. Sein Blick war noch anders. Doch jetzt steht er wirklich vor mir und ich nehme seine Präsenz mit jeder Faser meines Körpers wahr. Ich spüre wie ich meine Stimme verliere, während ich ihn weiter ansehe.

Plötzlich räuspert sich jemand im Raum und ich kann endlich meinen Blick abwenden. Der Hokage schaut zwischen mir und dem Blonden hin-und her und seufzt. „Ich nehme an Sie sind die Gesandte vom Uzumaki-Clan?“, fragt mich der Hokage und steht auf. Etwas Weißes an seinem rechten Arm weckt meine Aufmerksamkeit und ich kann den Verband unter seinem Umhang erkennen. Ich suche meine Stimme und als ich sie finde, klingt sie viel zu kratzig und schrill. „Ja, Hokage-sama. Mein Name ist Yuna Uzumaki.“, sagte ich und versuche mich vorsichtig zu räuspern. Meine Haut prickelt und ich kann den Blick spüren, der mich von oben nach unten hin betrachtet.

„Ich bin dir sehr froh darüber, dass du hier bist, Yuna-chan.“, entgegnet mir der Hokage lächelt und tritt näher heran. Ich erkenne, dass er die selben Augen hat wie der Blonde. Auch das Haar ist ähnelt sich. „Dies hier ist mein Sohn, Boruto Uzumaki.“, fährt er fort und zeigt mit der offenen Hand auf seinen Sohn, der kurz den Kopf neigt und mir dann wieder in die Augen sieht. Schon wieder fängt mein Herz an schneller zu schlagen und meine Hände werden feucht. „Ich bin sehr erfreut!“, sage ich leise und senkte den Blick. „Ebenfalls.“, antwortet er mir mit tiefer,  voller Stimme, die mir einen kurzen Schauer über den Rücken jagt.

Ich bin nervös, rede ich mir ein.

„Ich muss mich heute Abend leider noch um etwas Anderes kümmern, aber Boruto hat sich bereit erklärt dir Konoha zu zeigen und dich zu unserem Haus zu bringen. Ich hoffe es ist in Ordnung für dich bei uns zu leben. Meine Frau Hinata freut sich schon sehr auf dich und meine Tochter Himawari wollte schon immer eine Schwester haben.“, sagt er und lächelt mich breit an. Irgendwie durchströmt mich eine unbekannte Wärme und meine Nervosität lässt nach. „Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass sie mich in Ihr Haus einladen… Aber ist das sicher in Ordnung!?“, frage ich unsicher nach und schaue von dem Blonden zu seinem Vater.

„Aber sicher doch!“, antwortet mir der Sohn des Hokages. „Hey Tante Hanabi, wo ist ihr restliches Gepäck?“, fragt er und schiebt sich an mir vorbei zu der Frau die mich hierher begleitet hat und die, die ganze Zeit über nichts gesagt hat. „Haben wir bereits zu eurem Haus gebracht, Anfänger!“, sagt sie und kreuzt die Arme vor der Brust. „Heißt also meine Arbeit ist hier getan und ich kann zurück zum Tor?“, fragt sie den Hokage, der sich inzwischen wieder an seinen Schreibtisch gesetzt hat. „Bleib bitte noch einen Augenblick, ich-”, beginnt der Hokage, wird jedoch von seinem Sohn plötzlich unterbrochen.  

„Nenn mich nicht so, Tante!“, ruft der Blonde, ehe er sich mir zuwendet. „Wir sollten gehen. Meine Mutter mag es nicht, wenn man zu spät zum Abendessen kommt.“, sagt er und wirft noch einmal einen Blick nach hinten.

Sein Vater und Hanabi- san unterhalten sich leise. Der junge Mann vor mir schüttelt den Kopf und hält mir die Tür auf.

„Lass uns gehen!“, sagt er und das erste Mal lächelt er mich an. Ganz vorsichtig, als ob er noch nicht genau wüsste was er von mir halten soll. Doch dieses kleine, vorsichtige Lächeln reicht aus damit mein Herz völlig ins Rasen kommt. Eine warme Masse breitet sich von meinem Magen über meinen ganzen Körper aus. Ich kann nichts mehr tun, als ihn ebenfalls anzulächeln und zu hoffen, dass ich dabei nicht allzu schlimm aussehe.

 

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