Chapter 3 – Eine Mission

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Boruto

 

In dem Büro meines Vater herrscht eine drückende Hitze, die sich auch durch geöffnete Fenster und Ventilatoren nicht verjagen lässt. Seit etwa fünf Minuten stehe ich mir die Beine in den Bauch und warte, dass der Hokage endlich mal von seinen Unterlagen hochschaut, um mir sagen kann warum ich eigentlich genau hier bin. Ich spüre wie mir der Schweiß über den Nacken rinnt, während ich versuche still zu halten.
In den letzten Monaten habe ich gelernt mein Temperament zu zügeln und lieber abzuwarten, als loszuschreien. Nicht, dass es einfach ist einfach zu warten. Aber ich weiß, dass ich eh nur unterbrochen werde, wenn ich jetzt anfange zu sprechen.

Shikamaru-sensei steht neben meinem Vater und reicht ihm immer wieder ein neues Schriftstück, dass er hektisch unterschreibt, ehe er sich wieder dem Laptop oder anderen Dokumenten zuwendet. Ich hole tief Luft und schaue mich um. Der Raum ist gefüllt mit Unterlagen, Kartons und Heftern. Und dazwischen liegen immer wieder leere Ramen-Packungen.

„Typisch…“, murmle ich, während ich daran denke, dass meine Mutter einen Anfall kriegen würde und sofort beginnen würde alles wegzuräumen. Mein Vater hebt seinen Blick und schaut mich mit seinen ebenso blauen Augen ruhig an.

„Boruto…Ich bin gleich soweit.“, sagt er und blickt zu Shikamaru-Sensei. „Den Rest mache ich später, ich muss noch mit Boruto sprechen, ehe sie ankommt.“, fährt er fort und lehnt sich in seinem Sessel zurück. Er sieht sehr müde aus. Moment mal… Besuch?  

Wer soll uns denn bitte besuchen kommen? Ein wenig überrascht gehe ich zur Seite, als Shikamaru-Sensei an mir vorbeigeht. Er nickt mir zu und verzieht die Lippen zu einem kleinen schiefen Lächeln.

Mein Vater wartet bis er den Raum verlassen hat, ehe er mich wieder direkt ansieht. Er holt tief Luft und faltet die Hände unter dem Kinn zusammen.

„Nun, ich weiß noch nicht so recht wie ich beginnen soll… Du weißt, dass der Uzumaki-Clan früher äußerst stark war und deswegen fast vollständig ausgelöscht worden ist. Meine Mutter wurde in Konohagakure aufgenommen, weil sie Kurama durch ihr starkes und besonders Chakra versiegeln konnte.“, begann er.

Ich nicke ihm zu und konnte mir noch nicht wirklich vorstellen auf was er eigentlich kommen wollte. Die Geschichte unseres oder besser des Clans meines Vaters kannte ich in und auswendig.

„Naja… Wir dachten zumindest, dass fast alle getötet worden sind. Allerdings habe ich in der Vergangenheit Nachfahren von den Uzumakis getroffen… Viele sind anscheinend in andere Dörfer geflüchtet oder haben abgelegen von anderen Menschen gelebt. Ähnlich wie bei den Hyuugas gab es eine Haupt- und Nebenfamilie. Meine Mutter gehörte zur Hauptfamilie. Vor ein paar Wochen erhielt ich einen Brief von Jemanden, der behauptet er gehöre zu einem großen Teil der Nebenfamilie, die überlebt hätten. Um mich zu überzeugen schicken sie eine ihrer Töchter. Sie hat wohl besonders viel vom Chakra der Uzumakis geerbt. Sie haben mich gebeten auf sie Acht zu geben und für sie zu sorgen. Anscheinend haben sie Angst, dass ihr etwas zustoße konnte, wenn sie weiterhin dort bleibt. Ich habe nun eine spezielle Mission für dich…“, erklärt mein Vater weiter und ich beginne zu ahnen, was er genau von mir wollte. Widerstrebend verschränke ich die Arme vor meiner Brust, ehe ich ihn unterbreche. „Ich soll also Babysitter für diesen komischen Besuch spielen?“, frage ich herausfordernd.

Ich sehe in dem Gesicht meines Vaters, dass ihm mein Ton missfällt. „Boruto! Diese Mission ist äußert wichtig, denn wenn sie wirklich von Uzumaki-Clan stammt, kannst du dir sicher sein, dass es da draußen Shinobis gibt, die sie auch heute noch tot sehen wollen!“, sagt er aufgebracht und steht auf.

Ich zucke mit den Schultern. „Ich dachte, es herrscht jetzt Frieden seit du der große Boss bist, der sich mit allen versteht.“, erwidere ich ruhig. Mein Vater reibt sich Nasenwurzel und schließt einen Augenblick lang die Augen.

„Nur, weil es augenscheinlich so scheint, dass sich im Moment niemand anfeindet und bekämpft, heißt das nicht, dass der Frieden stabil ist und es immer noch Feinde gibt. Der Uzumaki-Clan war äußerst mächtig… Er konnte das empfindliche Gleichgewicht auseinanderbrechen.“, erklärt er nun ebenso ruhig und setzt sich wieder hin. Ich bin immer noch nicht ganz überzeugt, aber irgendwas an dem Gesichtsausdruck meines Vaters lässt mich innehalten. „Was soll ich tun?“, frage ich schließlich. Der Hokage hebt den Blick und schaut mich überrascht an. Ich zucke erneut mit den Schultern und warte geduldig. Mein Vater fängt sich schnell und räuspert sich.

„Ich möchte, dass du sie im Auge behältst desweiteren möchte ich, dass du Zeit mit ihr verbringst. Du sollst aufpassen mit wem sie spricht und was sie tut. Es gibt einen Grund, warum sie sich gerade jetzt melden und ich möchte wissen warum.“, sagt er und schreibt irgendwas auf eine Schriftrolle. „Sie wird bei uns zu Hause leben, damit auch deine Mutter und deine Schwester besser aufpassen können. Und… Die Mission ist absolut geheim. Sie darf nicht wissen, dass du sie beschattest und über sie wachst“, schließt er ab und seufzt. Ich lasse mir einen Augenblick lang seine Worte durch den Kopf gehen. Ich soll also 24 Stunden lang auf jemanden aufpassen, denn ich noch nicht einmal kenne und mit ihm auch noch Zeit verbringen. Das wird sicher riesig Spaß machen, denke ich sarkastisch und hole Luft. Allerdings beunruhigt mich der Ausdruck in seinem Gesicht wirklich…

„In Ordnung!“, sage ich schließlich.

Mein Vater nickt und setzt gerade an, etwas zu sagen, als es an der Tür klopft. „Ja bitte?“, ruft er, ehe sich die Tür vorsichtig öffnet und meine Tante Hanabi herein kommt. „Hokage-sama, ich habe eine junge Frau mitgebracht, die unbedingt zu Euch möchte.“, sagt sie und neigt den Kopf. „Ehm…“, beginnt mein Vater und schaut sich vorsichtig um.

„Bring sie rein!“, sagt er schließlich, woraufhin ich nur mit dem Kopf schüttle. Das gibt bestimmt ein gutes Bild ab, wenn wir Besuch in deinem unaufgeräumten Hokage-Büro empfangen. Ich wische mir mit der Hand übers Gesicht und schließe die Augen. Durch die Hitze bekomme ich langsam Kopfschmerzen. Ich kann es kaum erwarten dieses Büro endlich zu verlassen und was kaltes zu trinken.

„Hokage-sama, ich freue mich Sie kennen zu lernen!“, sagt plötzlich eine zärtliche Stimme, die mich aufblicken lässt. Vor mir steht eine junge Frau mit langem rotem Haar, das sanft im Wind des Ventilators weht. Ihre Haut ist ebenmäßig und sieht unglaublich weich aus. Sie trägt einen grauen kurzen Rock, unter dem eine Leggins hervor blickt und eine rosafarbenes Oberteil. Es sieht aus wie ein kurzer Kimono.  Als sie den Kopf hebt und ich ihre Augen sehe, muss ich schwer schlucken. Ein blasses Violett, dass in diesem Licht ein wenig blau schimmert. Ihre Lippen sind wunderschön geschwungen und ihre Nase passt perfekt in ihr Gesicht. Plötzlich schaut sie mich direkt an und ich kann meinen Blick nicht abwenden.

 

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