Prolog – Aufbruch ins Schicksal

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Yuna

 

Sanft weht der lauwarme Wind durch mein langes Haar, während ich der Sonne beim Untergehen zusehe. In nur wenigen Stunden werde ich das Ziel meiner langen Reise erreicht haben, wer weiß ob ich dann noch Zeit haben werde mir diese wunderschönen Untergänge anzusehen. Irgendwas in mir zieht sich schmerzhaft zusammen und ich merke, wie sich die vertraute Angst in meinem Inneren breit macht. Die Kälte der Nacht zieht zusammen mit der Dunkelheit auf und lässt mich frösteln. Ich mache einen Schritt nach vorne und atme tief ein. ,,Werde ich mein Schicksal finden? Werde ich dann glücklich sein?”, frage ich mich und schließe die Augen.

„Yuna-sama! Wir haben das Lager aufgeschlagen und Ihr Abendmahl zubereitet!“, sagt eine mir vertraute Stimme hinter mir und reißt mich damit aus meinen Gedanken. „Ich danke Euch, Hauptmann!“, antworte ich und wende mich widerwillig von der untergehenden Sonne ab.

Während ich meine warme Suppe mit etwas Brot esse, beobachte ich wie der Hauptmann einen Falken vorbereitet. „Was meint Ihr…? Werden sie uns Glauben schenken, wenn wir ihnen sagen wer wir sind?“, fragt er mich, als er meinen Blick bemerkt und sich mit dem Vogel mir zuwendet. Einen Augenblick lang denke ich über seine Frage nach, ehe ich ihm antworte: „Wie würdet Ihr reagieren, wenn sich plötzlich ein Clan bei euch anmeldet, der eigentlich schon vor Jahren ausgestorben sein soll…?“, frage ich ihn und lege die Schüssel neben mich ins Gras, ehe ich aufstehe und näher an ihn herantrete.

„Yuna-sama…. “, beginnt er, doch unterbricht sich selbst. “Ich denke, ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht mit eigenen Augen sehen würde.“, antwortet er mir und tritt einen Schritt zurück. Seine Abscheu davor mir näher zu kommen, verletzt mich. Obwohl ich nach all den Jahren eigentlich dran gewöhnt sein müsste, dass mein eigener Clan Angst vor mir hat. Ich strecke trotz allem die Hand aus und berühre sanft die weichen Federn des stolzen Wesens vor mir. Der Mann vor mir streckt den Arm so weit es geht von sich weg. Vorsichtig nehme ich dem prächtigen Tier die Augenklappen ab und zwei schwarze Augen blicken mich an. Stolz reckt er seinen Kopf gen Himmel und breitet die starken Flügel aus. Bereit zum Flug. Ich wünschte, ich wäre wie du…

„Lasst ihn fliegen, Hauptmann. In zwei Tagen sind wir in Konohagakure. Sie sollten wissen, dass wir kommen!“, sage ich und trete wieder zurück.

„Sehr wohl, Yuna-sama!“, antwortet er mir und lässt den Falken fliegen. Ich bemerke die Blicke der anderen Soldaten, während ich auf mein Pferd zugehe. „Hauptmann! Brecht das Lager ab! Ich wünsche weiter zu reisen!“, rufe ich aus und blicke in die erschrockenen Augen der Männer. Ich kann nicht länger warten.

Ich merke wie sich Unruhe ausbreitet, während alle darauf warten was der nächste Befehl sein wird. Doch ich weiß genau, dass sich niemand gegen meinen Wunsch aussprechen wird.

„Sehr wohl, Herrin.“, sagt der Hauptmann leise, ehe die anderen Männer davon gehen um die gerade ausgepackten Sachen wieder zusammen zu sammeln.

Ich muss endlich mein Schicksal sehen! Stumm starre ich den sternenbenetzen Himmel an, während um mich herum gearbeitet wird.

 

 

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